Schutz für Igel: Grüne regen Prüfung von angepassten Betriebszeiten für Mähroboter an

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen setzt sich mit einer neuen Initiative im nächsten Kreistag für den Schutz der heimischen Tierwelt im Landkreis Limburg-Weilburg ein. Über einen Prüfantrag soll die Kreisverwaltung untersuchen, wie eine zeitliche Beschränkung für den nächtlichen Betrieb von Mährobotern rechtssicher und praktikabel umgesetzt werden kann. Ziel ist es, Igel und andere nachtaktive Kleintiere vor den rotierenden Messern der automatisierten Gartengeräte zu schützen, da die vorgesehenen Schutzfunktionen moderner Geräte leider noch nicht ausgereift sind und viele Kleintiere getötet werden, wenn diese Geräte zur falschen Zeit betrieben werden. Flankierend schlagen die Grünen eine Informationskampagne vor, um Gartenbesitzer aktiv einzubinden.

 Gefahrenquelle in der Dämmerung reduzieren

Wissenschaftliche Studien, unter anderem vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, belegen nach Angaben der GRÜNEN-Fraktion das hohe Verletzungsrisiko für die Tierwelt durch Mähroboter in den Abend- und Nachtstunden. Da Igel dämmerungs- und nachtaktiv sind, kreuzen sich ihre Wege regelmäßig mit den autonomen Mähern. Bei Gefahr fliehen Igel nicht, sondern rollen sich instinktiv zusammen. Den Klingen der Geräte sind sie damit schutzlos ausgeliefert. Die Situation für die Tiere ist ernst: Der westeuropäische Igel wurde aufgrund massiver Bestandsrückgänge von über 30 Prozent in den vergangenen zehn Jahren im Oktober 2024 auf die internationale Rote Liste der gefährdeten Arten (IUCN) gesetzt. In Deutschland steht er bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere. Als besonders geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz besteht eine Verpflichtung, Gefahren für den Igel zu minimieren.

 Pragmatischer Schutz durch Zeitmanagement und Aufklärung

„Eine zeitliche Anpassung der Betriebszeiten ist eine verhältnismäßige und wirksame Maßnahme“, betont die Fraktionsvorsitzende Sabine Häuser-Eltgen. „Die Nutzung der Geräte bleibt tagsüber weiterhin uneingeschränkt möglich. So können Rasenflächen wie gewohnt gepflegt werden, während gleichzeitig eine konkrete Gefahrenquelle für die Artenvielfalt wirksam reduziert wird. Uns geht es um eine pragmatische Lösung im Einklang von moderner Gartentechnik und Artenschutz.“ Dass eine solche zeitliche Staffelung rechtssicher realisierbar ist, zeigen bereits die Regelungen mehrerer Städte und Landkreise. Zudem wird eine solche Einschränkung der Betriebszeiten inzwischen auch vom Deutschen Städtetag sowie von zahlreichen Naturschutz- und Tierschutzverbänden unterstützt.

Neben der rechtlichen Prüfung beantragen die GRÜNEN, dass die Verwaltung, im Fall eines positiven Prüfungsergebnisses, ein Konzept für eine begleitende Informationskampagne erarbeit. „Verbote allein sind nicht der Weg – wir wollen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und aufklären“, erklärt Sabine Häuser-Eltgen weiter. „Eine Informationskampagne soll für das Thema sensibilisieren, zur freiwilligen Einhaltung der angepassten Zeiten motivieren und einfache, igelfreundliche Tipps für den eigenen Garten aufzeigen.“

Die Ergebnisse der behördlichen Prüfung sollen im Ausschuss für Umwelt, Energieversorgung, Klima und Landwirtschaft vorgestellt werden. Die Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen wünscht sich, dass der Kreistag mit der Befürwortung dieses Antrags dem Landkreis Limburg-Weilburg ermöglicht, ein positives Signal für den regionalen Artenschutz setzen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern einen konkreten Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu leisten.